He could be serious but he's just kidding around.
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Besser Leben
  Gästebuch
  Kontakt
 


 
Freunde
    weichstueck
    - mehr Freunde



http://myblog.de/schpale

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Freunde, gute und die, die auch gute Freunde sind

Selten wurde mir so grausam vor Augen geführt, was ich an meinem Leben hasse, was ich an mir hasse. Und dass ich jetzt nach Hause komme und mich stockbesoffen noch an den PC setze, und dann plötzlich Radioheads Creep aus den Lautsprechern dröhnt, gehört wohl dazu.

Das Wichtigste in meinem Leben sind Freunde, Familie. Ich weiss, klingt abgedroschen und sagt jeder. Aber ist so, kann ich nix gegen tun. Das Problem ist, es gibt unterschiedliche Freunde. Was ich haben will sind gute Freunde. Es gibt die ganz guten Freunde. Die, die man gut zu kennen glaubt, denen man alles anvertraut, man auch spät abends noch anruft, wenn was ist. Die, die so sind, wie man selbst gern wäre. Die, auf deren Freundschaft man so richtig stolz ist. Die anderen sind auch gute Freunde, die man sehr gerne mag, aber die irgendwie nicht so sind wie man selbst, die haben irgendwie per Zufall das eigene Leben durchkreuzt und man hat sie sehr lieb gewonnen. Aber irgendwie sind sie anders.

Ja, vor Augen geführt haben mir diese Differenz meine letzten beiden Abende. In meiner Heimatstadt hat ein kleines Festival stattgefunden, alles gratis, in der Innenstadt, tolles Motto, super Essen, grossartige Musikvielfalt, man geht eben hin. Gestern Abend mit einer wahnsinnig guten Freundin, mal in die Stadt gefahren, sich schon wahnsinnig auf die eine Band gefreut, kaum ist man vor der Main Stage beginnt es voll zu regnen. Wir quetschen uns unter einen Schirm, werden nass, harren aber vorerst aus. Bis es zu hageln beginnt, das ist dann auch uns etwas zu viel, wir beschliessen was trinken zu gehen, und wir sind schon beide bis auf die Haut durchnässt. Wir lachen, geniessen einen warmen Kaffee, quatschen über Gott und die Welt, vergessen dabei die Zeit und müssen auf den letzten Zug rennen. Planung schief gelaufen, Spassfaktor 10, zu Hause ein Lächeln auf den Lippen, zufriedenes Wegdösen. Heute Abend: andere gute Freunde. Seit Ewigkeiten drauf gefreut sie wieder zu sehen. Wunderschönes Wetter, fast etwas zu heiss für den Finnen in mir, tolle Openairstimmung insgesamt. Bereits um 20 Uhr zwei Bier intus, gerade dabei der Band auf der Mainstage zu lauschen, als die anderen beschliessen ins Pub zu gehen. Warum um alles in der Welt muss ich ins Pub gehen und dort Bier trinken, wenns hier ein Gratisfestival gibt und ich unter freiem Himmel saufen kann, dabei von netter Musik begleitet werde und erst noch weniger bezahle? Naja, 2 Stunden später beschliessen wir wieder zurück zu gehen, doch den andern passt die Menschenmenge nicht. Tja, Openairschicksal, meine Lieben. Um 12 wollen sie wieder ins Pub, obwohl wir nur noch eine halbe Stunde haben bis unser Zug fährt. Weil ich mich sperre, werde ich als Spassbremse betitelt, die Stimmung am Boden, und als ich in Schlangenlinien nach Hause laufe, frage ich mich warum ich mit ihnen befreundet bin.

Morgen, da wird es mir Leid tun mir diese Frage gestellt zu haben. Aber wir wissen ja, Besoffene und Kinder sind immer ehrlich. Ich mag sie, ich liebe sie, und wären sie nicht da, würds mir noch viel schlechter gehen. Ich mag sie genau so wie sie sind. Ich bin vielleicht nur ein kleines Kind, dessen Vorstellungen vom perfekten Abend nicht erfüllt wurden. Vielleicht hätte ich Alphatierchen spielen und sie nach meiner Pfeife tanzen lassen sollen. Aber dann wären sie heute Abend die, die einen derartigen Blogeintrag abgeben würden. Egal, c'est la vie, und wir wissen doch alle, auch wenn solche Abende zustande kommen, weil man nicht dasselbe mag, ist es schlussendlich doch wichtig what you ARE like, not what you like. Und dann tut es mir schon richtig leid, dass ich am Anfang behauptet habe, ich hätte zwei Arten von Freunden.

10.6.07 01:46
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Schattenwelpe (10.6.07 02:00)
Eine interessante Situation, in der du dies feststellen konntest.

Ja, ich kenne das auch, aber ich denke, man braucht beide Arten von Freunden. Diese engen, wahren Freunde, die dich akzeptieren wie du bist und welche dir bis ans Ende deiner Zeit folgen würden. Seelenfreunde? Ich sehe in solchen Menschen Wege, um in der Vergangenheit zu verweilen. Schöne Erinnerungen zu teilen und zu hoffen, fast schon zu glauben, wie schön es noch werden kann. Du teilst mit diesen Menschen keine Momente, du teilst Augenblicke - jeder anders als der Vorherige..
Die anderen Freunde sind wirklich nur solche, die dein Leben gekreuzt haben und einen Zwischenhalt in deinem Herzen gemacht haben. Aber ich denke, solche Freunde sind jene, die dich nur auf deinem Weg begleiten, den die wahren Freunde mit dir bauen. Mit ihnen verbringst du Stunden, die dein Leben mit einer gewissen Fülle bereichern, nicht aber zu wissen, mit was oder...wieso..

Ich denke, ich höre hier auf zu schreiben. Bin schon sehr sehr müde...
Bin nur zufällig auf deinen Blog gestossen - es macht mir Spass zu lesen. (=

Schönen Abend,
der Diamant im Kissen Gottes.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung