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Let's Tape It!

Zu Zeiten von Rob Fleming hat man noch Tapes aufgenommen. Damit hat auch Schpale angefangen. Dann sind CD-Brenner aufgekommen und der Herr hat sich fortan mit dem "samplern" beschäftigt. Auf Anfrage werde ich nun die wichtigsten Regeln zusammen fassen.

1. Anlassgebundenheit

Grundsätzlich muss es einen Anlass für einen Sampler oder ein Tape geben. Macht man einen Sampler für sich selbst, dann um eine spezielle Zeit festzuhalten, in der einen die Musik sehr begleitet hat. Es kann auch traditionelle Tapes geben. Beispielsweise ein alljährliches Sommertape oder einen Jahresrückblick. Oft bäckt man Sampler aber auch für Freunde oder solche, die es noch werden sollten. Diesen Anlass kann man Freundschaftsbindung nennen.

 

2. Aussage

Ein Tape sollte immer eine Aussage haben, besonders wenn man es verschenkt. Hat man beispielsweise eine längere Zeit zusammen verbracht, deren Musik man nun verschenkt, ist die Aussage höchstwahrscheinlich "Es war toll." Versucht man sich jemanden zu angeln sollte die Botschaft "Du bist toll" lauten. Bevor man überhaupt mit irgendwelchen Liedern um sich schmeisst muss man über die Aussage nachdenken und sie konkretisieren.

 

3. Liedauswahl

Auch wenn es sehr schwer fällt, sollte man sich immer auf eine CD bzw. ein Tape beschränken. Das sind dann im Durchschnitt 18 Songs. Natürlich wählt man Lieder, die einem gut gefallen und viel bedeuten. Natürlich sollten sie zur Aussage passen. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich noch nie einen Sampler mit einem meiner absoluten Lieblingssong, nämlich "Fuck U" von Archive, verschenkt habe. Würd sich einfach nicht so gut machen. Es lohnt sich 1-2 Songs mehr auszuwählen als Platz haben. Bei der Anordnung bemerkt man oft, dass sich ein Lied nicht eingliedern lässt. Das lässt sich einfacher rausschmeissen, wenn man gleich Nachschub hat. Man muss sich immer drüber im Klaren sein, dass man nicht alles drauftun kann, was man will. Auch wenns weh tut müssen Favoriten sterben. Der Empfänger wirds nicht bemerken. Man macht lieber später ein neues Tape mit anderen Liedern drauf. Zuviel neue Musik ist für viele Leute eine Überforderung. Nachfolgetapes eignen sich auch wunderbar um Aussagen zu konkretisieren. Beispielsweise Tape 1: "ich find dich toll" ein späteres Tape 2 "ich bin schwer verliebt". Macht man einen Sampler um einem Freund lediglich wichtige Lieder mitzugeben, ohne dass die ein Liebesthema oder so etwas enthalten müssen, sollte man ähnliche Stilrichtungen wählen, das erleichtert die spätere Anordnung. Natürlich sollte man sich in diesem Fall auch schon etwas mit dem Musikgeschmack des Freundes auseinandersetzen um ihn vor Altbekanntem zu schützen. Kennt er eine Band nur oberflächlich müssen die weniger bekannten Lieder gewählt werden. Grundsätzlich sollte man aber allzuschwer verdauliche Kost vermeiden und immer sehr gute und packende Stücke wählen. Wählt man zwei oder mehrere Stücke vom selben Künstler muss man darauf achten, dass sie verschieden sind. Sonst macht es keinen Sinn.

 

4. Anordnung

Wichtig ist ein packender Anfang. Ein Bombenlied, das schon beim ersten Hören mitreisst. Oder das seine Botschaft klar ausdrückt. Hat man auch Stücke gewählt in einer dem Empfänger unbekannten Sprache oder Stilrichtung eignen sich diese keinesfalls für den Anfang. Weiter ist darauf zu achten, dass es smoothe Übergänge gibt und kein wirres Stilrichtungrumgehüpfe, das ist mühsam zum hören. Trotzdem darf eine Anordnung etwas willkürlich erscheinen und muss nicht absolut perfekt sein. Schliesslich muss die Individualität eines jeden Künstlers klar zur Geltung kommen. Nicht dass der Hörer danach das Gefühl hat alles habe gleich geklungen. Der wichtige Rob Fleming Tipp hier: Macht man einen Sampler für jemanden, der sich lediglich danach erkundigt hat, ob man ihm vielleicht DIESEN EINEN Song brennen könne, (ich weiss, zu Zeiten des Internets untergegangen), platziert man diesen im letzten Drittel, aber nicht am Schluss des Samplers. Damit zwingt man den Hörer den ganzen Sampler kennenzulernen. (Besonders bei Tapes.) Der Schluss sollte abrunden und gut sein. Auf keinen Fall dem Hörer eventuell wenigergeliebte Stücke an den Schluss packen. Man muss ihn zwingen sie zu hören und sie so lieben zu lernen.

 

5. Probehören

Hat man alles soweit fertig muss man sich das Werk anhören. Komische Übergänge? Gegensätzliche Gefühlsregungen kurz nacheinander? Lieder die nicht reinpassen? So werden Ungereimtheiten ausgemerzt. Hier ist zur Kontrolle auch wichtig ob der Sampler etwas persönliches ist. Denkt man beim Hören an den Empfänger? Oder an die Zeit zurück, über die man einen Sampler gemacht hat? Hat es evtl. Insider drauf? Ja? Super.

 

6. Gestaltung

Gebrannt? Getaped? Gut, dann muss das Umfeld konstruiert werden. Lieder anschreiben, auch von wem sie sind, und von welchem Album. Das ganze kann mehr oder weniger Künstlerisch dargestellt sein, je nach eigenem Spieledrang. Je mehr künstlerische Arbeit drinsteckt (bsp. Hülle, Booklet usw.) desto persönlicher und individueller wird das ganze. Man kann aber auch blosse CDs verschenken. Zu viel Schnickschnack kann auch nerven, wenn man sich eigentlich mit der Musik auseinander setzten möchte.

 

Dann ist das ganze fertig und versandbereit. juhu.


19.1.07 20:25


...night vision...

Seit Jahren bin ich an jedes Saddle Creek Konzert gegangen, das in meiner Reichweite lag. Ich bin in Genuss einiger Bands dieses Labels gekommen. Dass ich für den Star des Labels schwärme ist auch einigen Beiträgen hier zu entnehmen. Ausnahmslos alle S.C.Konzerte haben mir gefallen. Es waren immer tolle Abende. Immer hatten sie grosse oder kleinere Erkenntnisse zur Folge wie ich hätte besser doch nicht mit meiner Ex rumgeknutscht oder ach Conor ist ein Glückspilz, seine Freundin ist zwar etwas zu dünn geraten aber dennoch wunderschön. Eigentlich immer hab ich mir einige Wochen/Tage vor dem Konzert die passende CD gekauft, in sie reingehört. Bin an die Konzerte gegangen, einige Lieder wiedererkannt und toll gefunden. Hab einige Leute getroffen und gelabert. Hab gesehen und bin gesehen worden. Und nach jedem Konzert wusste ich, dass ich auch das nächste besuchen werde, sollte nicht etwas dazwischen kommen.

Heute bzw. gestern wars irgendwie anders. Mein Bruder hat mir die CD zu Weihnachten geschenkt. Vielleichts hats damit begonnen. Mein Bruder verschenkt nur gute CDs. Mein Bruder ist nicht einfach zu begeistern. Ich habe die CD irgendwann eingelegt und ich war überrascht. Kein Songwriter, der eben nicht ganz so genial wie Conor ist und seine Songs mit einer Countrygitarre unterlegt. Kein sympathischer Freund von Conors Bruder aus Omaha, der seine Band nach seinem Sohn benennt. Auch keine Frau, von der man eigentlich zu wissen meint, dass sie mit Conor zusammen ist und sowieso auf jeder Saddle Creekplatte mitspielt. Diese Band war anders. Beschreiben kann ichs nicht. Klingen tut sie super, anders, neu. Nachdem man sich die Platte angehört hat, bemerkt man, dass es zwar eine CD von Saddle Creek ist, aber dass sie eben nicht aus Nebraska kommt. Das heisst überhaupt nicht, dass sie nicht typisch fürs Label sein kann. Sind sie wohl. Besonders auf der Bühne. Aber es ist nicht irgendjemand aus dem Obersten Clan. Und dann das Konzert. Natürlich war ich etwas traurig, dass Maria und Orenda nicht mit von der Partie waren, obwohl sie auf jedem Bandfoto drauf sind. Als Eyecatcher halt. Aber es war super. Noch besser als auf CD. Und der Frontmann irgendwie süss. Typisch Saddle-Creek aber auch typisch amerikanisch. (Gut, er war multilingual. "THANK YOU!" "DANKESCHÖN!" "MERCI!" Er war süss und übertrieben nett. Sagte 500 mal wie toll wir sind. Bedankte sich brav. Prostete uns zu. Manchmal sagte er auch ganz cool "hey there!" "hey you guys" als hätte er uns gerade erst bemerkt. Er sah viel zu jung aus, aber auch so perfekt-indie-ich-hab-irgendwas-aus-dem-schrank-genommen-das- jetzt-halt-verdammt-cool-an-mir-aussieht. Der Rest der Band versuchte ausszusehen als wäre er eben Teil der depressiven Indie-Jugend, die so schrecklich unter der Gesellschaft zu leiden haben. Nur der Drummer, der strahlte mit dem Sänger um die Wette und manchmal auch etwas um die Aufmerksamkeit. Vielleicht hätte er nicht Drummer werden sollen, da ist man eben im Hintergrund.

Nevertheless. Es war genial. Ich bin nicht verliebt, dafür war es zu SaddleCreek und zu Amerikanisch. (Wie schön, dass der letzte song ein Anti-Bush-Song war. Wäre er nicht so unglaublich schön und toll, hätte ich mich hier in diesem Beitrag vielleicht auch eher über diese ausgeleierte Bush-Arschloch-Masche ausgelassen.) Aber ich kann getrost NOW IT'S OVERHEAD ab sofort zu meinen Lieblingsbands zählen, ohne dass ich in einer Woche zugeben muss, dass ich sie vielleicht doch nicht ganz so oft höre.

26.1.07 01:02





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